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Samstag/Sonntag, 25./26. September 1999, Seite 15 |
Kultur |
Wien - Bei aller Anstrengung ist selbst dem Ackerbau heutzutage keine andere Bedeutung beizumessen als jene, die er gemeinsam mit der Viehzucht jochschwer zu tragen hat. Hätte nicht Miki Malör naturverbunden Hand angelegt, wäre es der "Kulturtechnik" Theater im Salle de Bal ähnlich ergangen. Als Vampir-Tintenschnecke ackert sich die Tauchlehrerin durch die Untiefen der Meere: Vampyroteuthis infernalis.
Im Theater zu Gast: die herausgeputzte Biologie. Eineinhalb Stunden schwebt die neue Bühnen-Spezies im Türkisblau eines Wasserbeckens. Ihre beiden Beobachter, Petra Jeup und Amadeus Kronheim als vom Para-Naturalismus (weniger vom Bühnenspiel) beseeltes Forscherpaar, erzählen keine Südseeträume. "Ich war die Beute des Alptraums meiner Kindheit", das heißt, in den Armen einer Riesenkrake gefangen zu sein.
Rund um die Becken-Installation schleimt und schäumt es sich auf zu einem mit Klo-Glocke und Gummiwandhaken begangenen Saugnapfmassaker. Die Idee macht pop! Doch dann: Die Schritte hängen durch wie die hauseigenen Fischernetze. Die angekündigte Bedeutung bleibt - bei aller Anstrengung - stecken in der Andeutung eines rundherum verwässerten Aquariumtheaters.
Margarete Affenzeller
Comments: rauber@ifs.tuwien.ac.at